Kondome - warum sind Sie so wichtig?

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Kondome - Schutz muss sein!

Lümmeltüten, Spaßbremser, Gummimütze oder auch einfach Überzieher - das Kondom hat viele Spitznamen. Doch ist es auch wirklich beliebt? Wenn man sich die Absatzzahlen der Kondom-Industrie anschaut, dann wohl eher nicht. Und auch die neuesten Nachrichten der Porno-Darsteller machen nachdenklich.
Kondome sind wichtig!
Sex ja - aber nicht ohne Kondom!
Sex ist noch immer die schönste Nebensache der Welt. Die Nähe, die Zärtlichkeit und auch das Glücksgefühl, das dabei entsteht, möchte wohl niemand missen. Auch Singles wollen darauf nicht verzichten und so sind One-Night-Stands schon Salonfähig geworden. Doch bei all dem Spaß darf man eines nicht vergessen: die Gesundheit!

Angst vor Krankheiten sinkt
Schon in der Schule werden wir über gesundheitliche Risiken beim Sex aufgeklärt. Es gibt viele Geschlechtskrankheiten, vor denen man sich schützen sollte und die Medien machen uns auch immer wieder darauf aufmerksam, wie groß die Gefahr ist sich mit tödlichen Krankheiten zu infizieren.
Doch leider reicht diese Aufklärung anscheinend nicht aus, denn wenn man sich nur einmal die Ansteckungsrate am HIV-Virus anschaut, sieht man, dass immer noch viele auf den notwendigen Schutz verzichten. Das Robert-Koch-Institut geht allein im Jahr 2003 von 1700 Neuinfektionen aus, während es im Jahr davor nur 1300 waren. Die Angst vor Ansteckungen scheint also zu sinken, das Risiko bleibt aber weiterhin bestehen.
Das wird auch deutlich, wenn man sich die Absatz-Zahlen der Kondom-Hersteller anschaut. Immer weniger Kondome werden verkauft, obwohl immer mehr Geld in Aufklärung und Werbung investiert wird. Leider scheint diese Aufklärung niemanden zu interessieren, einzig bei der Zielgruppe unter 20 Jahren ist ein Anstieg der Kondom-Nutzung zu bemerken. Doch auch dort sind es laut Studien nur 68%, die beim Sex ein Gummi benutzen.

Angst in der Porno-Branche
Auch die Porno-Industrie, die sonst immer beteuert hat, wie sicher ihr Geschäft ist, muss jetzt schwere Rückschläge einstecken. Bei einem Routine-Test, wie er in der Branche üblich ist, wurden jetzt 3 Darsteller aus Amerika positiv getestet.
Dabei hatte der Porno-Darsteller Darren James 3 Wochen ungeschützten Sex mit anderen Darstellern und 2 davon wurden inzwischen auch positiv getestet. Darunter war auch die Newcomerin Lara Roxx, die erst 18 oder 19 Jahre alt ist. Jetzt ist die Branche in Aufruhr, denn es gibt noch über 50 Verdachtsfälle der HIV-Infizierung. Beim Porno-Dreh und auch bei Foto-Produktionen ist der Einsatz von Kondomen sehr selten. Gerade mal 17% der Porno-Darsteller in den USA haben bei Produktionen Kondome benutzt, anscheinend wirkt der Einsatz der schützenden Gummitüten beim Zuschauer so abtörnend, dass lieber komplett darauf verzichtet wird. Wie man jetzt sieht, geht das eindeutig zu Lasten der Darsteller und ihrer Gesundheit.
Die Pornostudios im San Fernando Valley bei Los Angeles, haben jetzt eine 2-monatige Drehpause angekündigt. In dieser Zeit sollen alle Darsteller noch einmal gründlichen Tests unterzogen werden, bevor es weitere Infizierungen gibt. Die Verluste in Millionenhöhe, die bei dieser Pause auftreten, werden zähneknirschend hingenommen.
Aber nicht alle scheinen so besorgt um ihre Gesundheit zu sein. Etwa die Hälfte der Porno-Produktionen kündigte an, diesen Drehstop zu ignorieren. Die HIV-Infizierungen werden dort als "Berufsrisiko" angesehen und anscheinend nicht sehr ernst genommen. Das macht wieder einmal den Stellenwert des Gelds in unserer Gesellschaft sichtbar, denn es scheint eindeutig vor der Gesundheit und dem eigenen Leben zu stehen. Auch in Deutschland könnte sich so ein Szenario ereignen. Auch hier verzichten die meisten Erotik-Produktionen auf den Einsatz von Kondomen. Anscheinend haben die Firmen der Branche wirklich Angst vor einem Umsatzeinbruch, wenn bei den Porno-Filmen auch mal ein Gummi zu sehen ist. Doch wenn man es einmal von der anderen Seite sieht: Würden jetzt alle Produktionen an einem Strang ziehen und nur noch mit Gummi drehen, würde sich der Zuschauer auch daran gewöhnen und vielleicht würde er dann selbst auch eher ein Gummi benutzen?

Risiken noch immer unbekannt
Was uns bei den Recherchen zu dieser Reportage am meisten erschreckt hat: Kaum jemand weiß, welche Risiken der ungeschützte Verkehr wirklich hat.
Ob es dabei um Aids oder andere Geschlechtskrankheiten geht, spielt keine Rolle. Die Aufklärung scheint nichts gebracht zu haben und die Leute haben oft keine Ahnung, welchen Gefahren sie sich aussetzen.
Viele denken immer noch, das HIV hauptsächlich eine Gefahr für Schwule ist, die sich beim Anal-Sex damit anstecken. Andere beharren immer noch auf dem Irrglauben, dass sie sich allein beim Trinken aus einer fremden Tasse anstecken können, glauben aber gleichzeitig nicht daran, dass auch eine Infizierung beim Oral-Verkehr möglich ist.

Dabei gibt es so viele Anlaufstellen, wo man sich über Gefahren und Risiken informieren kann. Wer es anonym haben möchte, kann auch im Internet alle erforderlichen Informationen bekommen. Neu ist da beispielsweise das Projekt SexSicher.de, das in Zusammenarbeit vieler Institutionen entstanden ist.
Dort bekommt man Informationen zu Geschlechtskrankheiten aller Art und erfährt auch, wie man sich am besten schützt. Sehr positiv an diesem Projekt ist, dass gänzlich auf das Fachlatein von Ärzten und Gesundheitsbehörden verzichtet wurde. Vielmehr wurde Wert darauf gelegt, dass in der Sprache der Zielgruppe geschrieben wird und das macht die Aufnahme der Infos um vieles einfacher.

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