Ob die Liebe zu Highheels, dem Hang zur Dominanz oder der Wunsch nach bestimmten Materialien bei der Kleidung - viele haben sexuelle Fantasien, die etwas außerhalb der Norm sind. Doch sind sie deswegen gleich pervers? Wo sind die Grenzen zwischen dem Spaß am Außergewöhnlichem und einem krankhaften Trieb? Für einige sind die Grenzen fließend, andere stecken es ganz klar ab und wir versuchen, allem auf den Grund zu gehen.
Fetisch - Die Lust auf das Besondere
Schaut man sich einmal die Weiten des Internets an und ganz besonders die des erotischen Internets, findet man schon einige kuriose Dinge.
Fetisch -der besondere Spaß!
Zumindest erscheinen sie dem Laien auf den ersten Blick komisch. Für andere sind sie jedoch ganz normal und gehören einfach zum Alltag dazu. Besonders im Fetisch-Bereich gibt es immer mehr zu sehen und zu erleben.
Anfangen tut es bei inzwischen schon gesellschaftsfähigen Vorlieben für Nylons, Highheels oder auch den 3 berühmten L's: Lack, Leder und Latex. Was noch vor einigen Jahren nur hinter verschlossenen Türen genossen wurde, ist heute zu einem Lifestyle geworden. Anhänger der oben genannten Fetische treffen sich in Foren zum Austausch, feiern heiße Partys in scharfen Outfits und haben auch meist in der Öffentlichkeit kein Problem damit, zu ihrer Vorliebe zu stehen.
Selbst Vorlieben wie Natursekt (Urin) oder Bondage (Fesselung) sind keine große Besonderheit mehr. Man spricht vielleicht nicht ganz so offen darüber, aber wenn das Outing erfolgt, gibt es meist auch keine großen Probleme im Umfeld. Es wird sozusagen geduldet und nur einige Lästermäuler machen den Mund hinter dem eigenen Rücken auf.
Schwierig wird es für die Betroffenen erst, wenn ihre sexuelle Vorlieben ganz andere Richtungen einschlagen. Wer zum Beispiel auf Sex-Spiele mit dem eigenen oder fremden Kot steht, wird von der Gesellschaft sofort als pervers bezeichnet. Auch das Abbinden von Körperteilen oder dem bewussten Zufügen von Schmerzen und Verletzungen stößt häufig auf Widerstand in seiner Umgebung.
Die Gerüchteküche kocht dann ganz schnell, dem Fetischisten werden ungläubige Dinge vorgeworfen und manche gehen sogar soweit, ihn nur aufgrund seiner Neigungen irgendwelcher Straftaten zu bezichtigen. Kein Wunder, dass immer mehr Menschen große Selbstzweifel haben, wenn sie eine nicht ganz gewöhnliche Neigung an sich entdecken. Die Gesellschaft predigt uns vor, gewisse Dinge sind krank und deshalb denken viele von sich, dass sie es wirklich sind und unterdrücken ihre Wünsche und Träume.
Wie schön wäre doch da eine Gesellschaft, die ihre Vorurteile einfach außen vor lässt und jedem sein privates Glück gönnt, egal wie es aussieht oder was für Sexual-Praktiken es beinhaltet. Dann würde es auf jeden Fall mehr Menschen geben, die kein schlechtes Gewissen haben müssen, wenn sie ihren Vorlieben nachgehen und auch mehr, die sich endlich trauen ihre Fantasien und Träume in die Realität umzusetzen.
Wann ist es wirklich pervers oder krank?
Auch wenn es noch oft so hingestellt wird: Ein Fetisch ist grundsätzlich erst einmal keine Krankheit und es ist auch keine Störung des Sexual-Verhaltens, so wie es teilweise noch in Lexiken interpretiert wird. Ein Fetisch ist einfach etwas,
das einen sexuell reizt und anmacht. Und was kann daran verkehrt sein? So lange sich alles in einem legalen Rahmen bewegt und alle Beteiligten damit einverstanden sind, ist es sogar eine Bereicherung für den oft schnell einkehrenden Alltag.
Erst dann, wenn andere wirklich massiv dadurch gestört werden oder wenn einer der Beteiligten gegen seinen Willen zu etwas gezwungen wird, kann man einen Fetisch verurteilen, denn dann hat das nichts mehr mit Sex zu tun, sondern es ist eher ein triebhaftes Verhalten. Auch gibt es wirklich Kranke unter den Fetischisten, allerdings spricht man hier nur wirklich dann von einer Krankheit, wenn der Betroffene nur noch durch seinen Fetisch stimuliert werden kann. Dann ist kein normaler Sex mehr möglich und das Sexual-Verhalten ist gestört. In solchen Fällen empfiehlt es sich, dass der Betroffene einen Therapeuten aufsucht und lernt, mit seiner Krankheit umzugehen.
Fazit
Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Dieses Sprichwort kann man auch auf die sexuellen Vorlieben anderer Leute übertragen. Auch dort ist nicht alles so, wie es auf den ersten Blick scheint. Hinter einem Fetisch stecken viele Dinge, viele Wünsche und viele Gedanken. Es ist etwas Besonderes und es macht den Menschen zu etwas Besonderem.
Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass es sich durchaus lohnt, sich mit den Vorlieben anderer zu beschäftigen. Es gibt bei jedem Fetisch interessante Aspekte, die es zu entdecken lohnt. Mit einer kleinen Portion Neugier und ohne Vorurteile kann man seinen Horizont erweitern, andere Ansichten kennen lernen und vielleicht sogar interessante Bekanntschaften machen.
Gerade das Internet eignet sich sehr gut dazu, den einen oder anderen Fetisch einmal zu erforschen. Tausende Seiten locken mit Informationen, Fotos oder auch Diskussionsforen, in denen man die Hintergründe erfahren kann. Nicht selten vergisst man dann beim Stöbern Zeit und Raum, denkt sich in die scheinbar andere Welt hinein und merkt, dass es gar nicht so pervers ist, wie man anfangs dachte.
Das heißt natürlich nicht, dass sie jeden Fetisch gleich für sich übernehmen sollen, aber sie wären garantiert nicht der Erste, der auf diese Weise neue Seiten an sich entdeckt. Es ist halt nie verkehrt, auch einmal über den Tellerrand hinaus zu schauen, auch wenn man danach erst recht weiß, dass diese sexuellen Praktiken vielleicht nichts für einen selbst sind. Aber zumindest hat man seinen Horizont erweitert, Vorurteile abgebaut und im besten Fall eine gehörige Portion Toleranz mitbekommen.
Wieviel Sex ist normal?
Neulich hatte ich auch ein sehr interessantes Gespräch mit einem 19-jährigen Mädchen. Sie hatte gerade erst entdeckt, dass sie devot veranlagt ist. Als sie es für sich merkte, war sie sehr überrascht darüber. Sie ekelte sich schon fast vor sich selbst, da sie auch bei Schmerzen Lust empfand und war geradezu verstört. Akzeptieren konnte sie es nicht. Im Laufe des Gesprächs erfuhr ich dann auch, warum sie das nicht konnte. Sie hatte sich einer Freundin anvertraut und wurde von ihr sofort als krank und pervers bezeichnet. Dann hatte sie sich anonym im Internet mit der Sache beschäftigt und wurde auch wieder von vielen Leuten beschimpft. Erst als sich eine andere Frau bei ihr meldete und ihre eigene Geschichte erzählte, begriff das Mädchen, was da in ihr vorging.
Gibt es Grenzen in der Erotik?
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Intimrasur - Ja oder nein?
Bereits im Altertum, im alten Ägypten und vor tausenden Jahren im Orient war es üblich, sich die Schambehaarung zu entfernen. Ein haarloser Körper gehörte nebst der Hygiene zum Schönheitsideal. Anfang des 18. Jahrhunderts - so auch am Hof unter Ludwig XV. - und in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts fand die Intimrasur vorwiegend in den gehobenen Gesellschaftsschichten Europas Zuspruch. Die aus dieser Zeit entstandenen Aktfotos legen davon Zeugnis ab. Anfang des 20. Jahrhunderts hielt die Intimrasur auch bei den deutschen Männern Einzug. Hier spielte anfangs der Hygiene-Gedanke im Laufe des 1. Weltkriegs die Hauptrolle.
Wissenswertes über die Intimrasur.