Aber nicht alle scheinen so besorgt um ihre Gesundheit zu sein. Etwa die Hälfte der Porno-Produktionen kündigte an, diesen Drehstop zu ignorieren. Die HIV-Infizierungen werden dort als "Berufsrisiko" angesehen und anscheinend nicht sehr ernst genommen. Das macht wieder einmal den Stellenwert des Gelds in unserer Gesellschaft sichtbar, denn es scheint eindeutig vor der Gesundheit und dem eigenen Leben zu stehen.

Auch in Deutschland könnte sich so ein Szenario ereignen. Auch hier verzichten die meisten Erotik-Produktionen auf den Einsatz von Kondomen. Anscheinend haben die Firmen der Branche wirklich Angst vor einem Umsatzeinbruch, wenn bei den Porno-Filmen auch mal ein Gummi zu sehen ist. Doch wenn man es einmal von der anderen Seite sieht: Würden jetzt alle Produktionen an einem Strang ziehen und nur noch mit Gummi drehen, würde sich der Zuschauer auch daran gewöhnen und vielleicht würde er dann selbst auch eher ein Gummi benutzen?

Risiken noch immer unbekannt

Was uns bei den Recherchen zu dieser Reportage am meisten erschreckt hat: Kaum jemand weiß, welche Risiken der ungeschützte Verkehr wirklich hat. Ob es dabei um Aids oder andere Geschlechtskrankheiten geht, spielt keine Rolle. Die Aufklärung scheint nichts gebracht zu haben und die Leute haben oft keine Ahnung, welchen Gefahren sie sich aussetzen.

Viele denken immer noch, das HIV hauptsächlich eine Gefahr für Schwule ist, die sich beim Anal-Sex damit anstecken. Andere beharren immer noch auf dem Irrglauben, dass sie sich allein beim Trinken aus einer fremden Tasse anstecken können, glauben aber gleichzeitig nicht daran, dass auch eine Infizierung beim Oral-Verkehr möglich ist.

Dabei gibt es so viele Anlaufstellen, wo man sich über Gefahren und Risiken informieren kann. Wer es anonym haben möchte, kann auch im Internet alle erforderlichen Informationen bekommen. Neu ist da beispielsweise das Projekt SexSicher.de, das in Zusammenarbeit vieler Institutionen entstanden ist.

Dort bekommt man Informationen zu Geschlechtskrankheiten aller Art und erfährt auch, wie man sich am besten schützt. Sehr positiv an diesem Projekt ist, dass gänzlich auf das Fachlatein von Ärzten und Gesundheitsbehörden verzichtet wurde. Vielmehr wurde Wert darauf gelegt, dass in der Sprache der Zielgruppe geschrieben wird und das macht die Aufnahme der Infos um vieles einfacher.

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Last Update:   Montag, 11. Februar 2008
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