djd/pt). Liebe ist wie Sprache – sie entfaltet sich mit dem Gebrauch. Auf Italienisch klingt diese Redewendung besonders pikant. Denn für die Südländer bedeutet Sprache (lingua) auch Zunge. "Zungenküsse" sind demnach "Küsse mit der Sprache" („bacci con la lingua“) - eine schöne Doppeldeutigkeit
.
Liebe wird durch Sprache veredelt, auf Französisch auch durch die Zunge ("la langue"). Die Anspielung ist eine weit verbreitete Form, Liebesbotschaften zu vermitteln. Sie deutet geheime Wünsche an, die einem nicht so leicht über die Lippen gehen.
Erotische Andeutungen zielen auch auf die Steigerung der Liebeslust. Komplimente, die Männer den Frauen machen, sind nicht nur ein Ausdruck von Wertschätzung oder Begierde. Sie wollen oft die Sexualhormone in Wallung bringen. Besonders beliebt ist die indirekte Ansprache von erogenen Zonen. Eine "knackige" Figur weist auf einen bestimmten Teil des Körpers hin. Sexuelle Anspielungen sind eher Männersache. Das liegt vor allem im herkömmlichen Rollenverständnis. In diesem Punkt ist die Emanzipation - vielleicht zum Glück - nicht weit genug vorgedrungen. Frauen, die in der Öffentlichkeit liebreizende Worte an das starke Geschlecht richten, gelten als Ausnahme. Wenig ändern daran auch die penetranten „Ruf-an“-Aufforderungen, die im Fernsehen Telefonsex verkaufen sollen.


In der Partnerschaft ist die Sprache ein recht geschätztes Stimulationsmittel. Sie versagt aber häufig, wenn sexuelle Störungen auftauchen. In solchen Fällen wird oft die kindliche Ausdrucksweise benutzt. Erwachsene Männer reden dann gerne in der dritten Person: "Er ist heute etwas schlapp, weil er einen anstrengenden Tag hinter sich hat." Solche niedlichen Anspielungen können immerhin zum Anlass genommen werden, um über die "Schlappheit" zu sprechen. Oft fehlen aber die passenden Worte. Das Problem lähmt nicht nur das Liebesleben, sondern auch die Zunge.
Das Informationszentrum für Sexualität und Gesundheit (ISG) (www.isg-info.de) schätzt, dass zirka sechs Millionen Männer in Deutschland unter einer eingeschränkten oder fehlenden Fähigkeit leiden, eine Versteifung des Glieds zu erreichen. In der Vulgärsprache wird zwar oft darauf angespielt. Doch ansonsten gelten Erektionsstörungen - wie das Leiden in der Medizin heißt - als ein Tabuthema. Obwohl Erektionsstörungen inzwischen gut behandelt werden können, befinden sich weniger als zehn Prozent der Betroffenen in ärztlicher Behandlung. Der Rest schweigt und kehrt meistens der Liebe den Rücken zu. Auch viele Frauen mit Sexualstörungen trauen sich nicht über ihr Problem zu sprechen und Hilfe zu suchen. Dagegen haben die Sexualexperten vom ISG eine Infoline eingerichtet. Unter der Rufnummer 01805 - 55 84 86 (0,12 Euro/Min.) können sich Interessierte und Ratsuchende von Montag bis Freitag zwischen 15 bis 20 Uhr anonym beraten lassen oder Informationsmaterial anfordern.


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Last Update:   Montag, 11. Februar 2008
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